von Emanuel Schiendorfer

Vielseitige WK-Einsätze

Anlässlich des «ÄmmeFescht» wurde am Sonntag, 15. Mai 2022, der zehnte Solothurner Waldwanderweg eingeweiht. An den Arbeiten war auch die Zivilschutzorganisation Aare Süd tatkräftig mitbeteiligt.

Fleissige Wanderer der Gemeinden Luterbach, Derendingen, Zuchwil, Biberist und Gerlafingen dürften die abgeschrägten, leeren Eichenstelen entlang der Emme bereits bemerkt haben. Sie wurden im April von rund 30 Pionieren der RZSO Aare Süd montiert und haben nun einen Monat später ihre eigentliche Bestimmung als Informationstafeln erhalten.

Sie gehören zum ca. 12 km langen Rundgang, der sich vom Emmenspitz in Luterbach bis an die Bogenbrücke in Gerlafingen erstreckt. Die 23 Informationstafeln ragen an beiden Uferseiten aus dem Boden. Die Idee: Unzählige interessante Fakten zur Natur lernt man am besten während Spaziergängen und Wanderungen vor Ort.

Angehörige des Zivilschutzes montieren die Informationstafeln an den Eichenstelen.

Angehörige des Zivilschutzes montieren die Informationstafeln an den Eichenstelen.

Die Themengebiete sind mit Tier- und Pflanzenwelt, Neophyten, Hochwasserschutz oder Bodenbeschaffenheit breit gestreut. Wer den Weg abläuft, wird aber noch viel mehr entdecken. So sind beispielsweise die Biberspuren in Biberist gar nicht zu übersehen.

Über 100 Wegweiser sollen verhindern, dass die Wanderer ungewollt vom Wege abkommen. Die Installation gehörte ebenfalls zum Aufgabenkatalog des Einsatzes. Wenn immer möglich wurden bestehende Stangen verwendet, denn ein Wald ist einfach schöner als ein Schilderwald.

Geplant wurde der Weg von den Umweltexperten der Firma «Kaufmann + Bader» aus Solothurn. Während des WKs war es dann auch Geri Kaufmann, der den Zivilschützern zur Seite stand und genau instruierte, wie die Schilder am besten zur Geltung kommen.  

In Derendingen entstand in den beiden WK eine Beobachtungsplattform. Die fachliche Aufsicht beim Bau des Holzgerüstes übernahm dabei «Forst Thal». Die eigentliche Arbeitsausführung erfolgte mit vereinten Kräften und funktionierte wie in einem langjährig eingespielten Team. Der neue Waldwanderweg ist somit ein ideales Beispiel, wie der Zivilschutz gemeinsam mit lokalen Firmen ein kantonales oder kommunales Projekt umsetzen kann. 

Auch wenn das Holzgerüst bereits stand, die Schleifarbeiten nahmen noch etliche Stunden in Anspruch.

Auch wenn das Holzgerüst bereits stand, die Schleifarbeiten nahmen noch etliche Stunden in Anspruch. 

Neben der Beobachtungsplattform bilden ein Xylofon aus Waldhölzern und ein Fernrohr zur Vogelbeobachtung die Highlights des Waldwanderweges «Lebensraum Emme». Bei beiden Posten legten Angehörige des Zivilschutzes das Fundament für den späteren Aufbau. 

Noch beobachtet der Schwan… Der Rollentausch ist aber absehbar, denn hier entsteht das Fundament für das Fernrohr zur Vogelbeobachtung.

Noch beobachtet der Schwan… Der Rollentausch ist aber absehbar, denn hier entsteht das Fundament für das Fernrohr zur Vogelbeobachtung.

Direkt neben dem Fernrohr erklärt eine Tafel, nach welchen 37 Vogelarten die Wanderer besonders Ausschau halten können. Der Emmenspitz ist also zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. 

Zu den Stärken des Zivilschutzes gehört auch, flexibel auf Unvorhergesehenes zu reagieren. So erklärte uns Geri Kaufmann, dass jede Gemeinde einen Gedenkstein zur Erinnerung der Hochwasserkatastrophe erhalten wird. Zivilschützer der damaligen Zivilschutzregionen BBL (Biberist-Bucheggberg-Lohn-Ammansegg), Wasseramt West sowie Zuchwil-Luterbach waren unzählige Stunden im Einsatz und beschäftigt mit Freischaufeln und -baggern sowie dem Befüllen und Einsammeln von Sandsäcken. Die fünf Stellplätze der Gedenksteine waren nicht im Programm des Zivilschutzes eingeplant, aber nach kurzem Evaluieren teilten die Kursleiter Christoph Flück und Marc Wüthrich Personal und Material neu ein. So konnte auch dieser Wunsch dank einem Zusatzeffort erfüllt werden. Die Segnung der Gedenksteine überliessen sie aber doch lieber den reformierten bzw. katholischen Pfarrern. 

Das alte Feuerwehrmagazin in Recherswil ist Geschichte

Zivilschutzeinsätze bedeuten aber nicht nur aufbauen. Manchmal muss auch etwas weg. So hatte das alte Feuerwehrmagazin in Recherswil längst ausgedient. Der Auftrag bestand schon eine Weile, musste aber aufgrund der vielen Corona-Einsätzen verschoben werden. Nun konnte er erfolgreich ausgeführt werden.

Zivilschützer der Region Aare Süd entfernen die letzten Mauerbrocken des alten Feuerwehrmagazins in Recherswil.

Zivilschützer der Region Aare Süd entfernen die letzten Mauerbrocken des alten Feuerwehrmagazins in Recherswil.

 

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